Das Schloß

1997
Produktion: Wega-Film in Zusammenarbeit mit ORF/BR/ARTE
Mit Unterstützung von ÖFI (Österreichisches Filminstitut) und WFF (Wiener Filmfinanzierungsfonds)

Regie: Michael Haneke
Drehbuch: Michael Haneke nach einem Roman von Franz Kafka
Kamera: Jiri Stibr
Ton: Marc Parisotto
Schnitt: Andreas Prochaska
Ausstattung: Christoph Kanter
Kostüme: Lisy Christl

Darsteller: Ulrich Mühe (K.), Susanne Lothar (Frieda), Frank Giering, Felix Eitner, André Eisermann, Nikolaus Paryla, Dörte Lyssewski, Inga Busch, Norbert Schwientek, Hans Diehl, Birgit Linauer, Branko Samarovski, Ortrud Beginnen, Otto Grünmandl, Johannes Silberschneider, Paulus Manker, Martin Brambach, Wolfram Berger, Conradin Blum, Monika Bleibtreu u.a. Als Erzähler Udo Samel.

Verleih in Österreich: Wega-Film
Weltvertrieb: Wega-Film
35mm, Farbe, 125 Minuten



Im Wiener Künstlerhauskino fand die Premiere der Kafka-Adaption "Das Schloß" von Michael Haneke statt. Die ursprünglich im Auftrag des ORF nur für das Fernsehpublikum gedachte Literaturverfilmung wurde im Februar bei der Berlinale uraufgeführt. Nach einem kurzen Kinoeinsatz ist die ORF-Ausstrahlung für die zweite Jahreshälfte vorgesehen.

Regisseur Michael Haneke ("Bennys Video", "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls") verlegte "Das Schloß" ins tiefverschneite Weinviertel und bemühte sich, diesem letzten großen Romanfragment von Franz Kafka in knapp zwei Filmstunden gerecht zu werden. "Das Schloß" erzählt die Geschichte des Landvermessers K., dessen Versuch ins Schloß zu kommen ebenso fehl schlägt wie der Versuch, sich in dem zum Schloß gehörenden Dorf anzusiedeln. Je mehr K. sich bemüht, desto weiter entfernt er sich von seinem Ziel. Eine willkürliche und undurchdringliche Bürokratie behindert alle seine Bemühungen, und so bleibt K. schließlich, was er am Tag seiner Ankunft war - ein bestenfalls geduldeter Fremder.

In der Rolle des Landvermessers K. ist Burgschauspieler Ulrich Mühe zu sehen, der schon 1991 unter Hanekes Regie in "Bennys Video" spielte. Burgmimin Susanne Lothar stellt das Schankmädchen Frieda dar, in weiteren Rollen sind u.a. André Eisermann (Schlafes Bruder), Nikolaus Paryla, Otto Grünmandl und Monika Bleibtreu zu sehen. Die Figuren halten sich an den Originaltext, in der Bildsprache bleibt der Film sparsam.

Die kühle Zurückhaltung und Strenge des Regiekonzeptes wurde bei den Filmfestspielen in Berlin von der Kritik zwiespältig aufgenommen. Von einem "penetranten Kunststück" war im Kurier (19. Februar) die Rede, als "langweilig" empfand der Berliner Tagesspiegel (23. Februar) den Film. Großes Lob hingegen kommt von der österreichischen katholischen Filmkommission: "Ein sehr ernstzunehmendes Filmkunstwerk, das sein Publikum nicht mit Thesen versorgt, sondern ihm die Initiative zur Interpretation und Reflexion geradezu aufzwingt." (Multimedia 5/97 vom 16. März)

S.Pyrker, April 1997


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