Schwarzenberger-Dreh "Krambambuli"

Regisseur Xaver Schwarzenberger verfilmt derzeit im tschechischen Ort Krumau die Novelle "Krambambuli" nach Marie Ebner-Eschenbach. In den Hauptrollen stehen sich Gabriel Barylli als Förster und Tobias Moretti als Wilderer gegenüber, den Part der schönen Förstersfrau, die zwischen den beiden Männern steht, hat Christine Neubauer übernommen. Die Dreharbeiten der österreichisch-deutschen Coproduktion dauern noch bis Mitte November.

"Krambambuli" erzählt die dramatische Geschichte eines Försters (Gabriel Barylli), der einem sozial Geächteten dessen einzigen Besitz abkauft - den Hund Krambambuli. Der Wilderer Pachler (Tobias Moretti) gibt den Hund nur her, weil er von dessen Treue überzeugt ist. Doch sein neues Herrl macht sich Krambambuli gefügig und eines Tages stellt der Förster mit Hilfe des Hundes den Wilderer. Marie von Ebner-Eschenbach schrieb die Novelle in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts in ihrem Zyklus "Dorf- und Schloßgeschichten". Seither zählt "Krambambuli" zu den Klassikern der österreichischen Literatur.

Für die nunmehr bereits vierte Filmversion des Stoffes schrieb der Tiroler Starautor Felix Mitterer das Drehbuch. Er hielt sich an das literarische Original, erhöhte aber die Spannung durch die Person der schönen Försterin. Gabriel Barylli, der schon mehrmals für Regisseur Schwarzenberger vor der Kamera stand, über seine Rolle als Förster Walch: "Er ist immer dort eingesetzt, wo Gesetzlosigkeit herrscht. Zu seinem beruflichen Kampf gegen die Wilderer kommen die persönlichen Schwierigkeiten mit seiner Frau, die es auf die Gegenseite zieht. Am Ende ist Walch der große Verlierer, beruflich und privat." Für Tobias Moretti, der zum ersten Mal mit Schwarzenberger dreht, ist der Part des Wilderers Pachler "eine Traumrolle."

Regisseur Xaver Schwarzenberger greift mit "Krambambuli" wieder das Thema des historischen Heimatfilms auf, das er schon 1987 mit der Ganghofer-Adaptierung "Gewitter im Mai" (ebenfalls mit Gabriel Barylli) erfolgreich umgesetzt hat. Der 1946 in Wien geborene Schwarzenberger begann seine Karriere vorerst als Kameramann von Rainer Werner Fassbinder und wechselte 1982 mit der Verfilmung des Gerhard Roth-Romans "Der stille Ozean" auf die Regieseite.

Nach zahlreichen Auszeichnungen für künstlerisch und kommerziell bemerkenswerte Arbeiten, darunter "Donauwalzer" und "Tafelspitz", dreht Schwarzenberger immer wieder Fernsehfilme für den ORF. Auch "Krambambuli" ist eine Coproduktion von ORF, Satel, BR und Almaro, gefördert vom Wiener Filmfinanzierungsfonds (WFF), dem FilmFinanzierungsFonds Bayern und Media 2.

S.Pyrker, 22.10.1997


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